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RE: Im Auto

 von merseyliebhaber , 11.05.2009 20:42

In Antwort auf:
Ich kann ja z.B. die Beatles nicht ausstehen, dass war auch eine auf Konsum getrimmte Popband, wo jede auf Konsum getrimmte Popband heutzutage in nichts nachsteht.


Das kann man nicht so stehen lassen. Gerade in den frühen [somit auch den besten] Jahren war Musik für Lennon und Co lediglich etwas, um ihr Geld zu verdienen, mehr nicht. In den späteren Jahren war das natürlich aufgebläht, wobei sie mit anderen Klägen experimentierten, das nicht erfolgsversprechend war. Allerdings waren die kulturellen Verhältnisse ganz anders wie heute, es gab schon eine Spaltung aber immerhin war die Musik als euphorisierendes Symbol für die Aufbruchstimmung, auch wenn sie im Chaos endete. Und wenn man mit den Fingern auf die 60er zeigt: richtig Konsumorientierte Musik war der verpoppte Beat mit Ohio Express und 1910 Fruitgum Company, die anderen Stilrichtungen die es gab, waren ja nicht dominant. Und jeder hat jetzt so seine eigene Kultur: es gibt die Popkultur, Metal-Kultur usw, aber die einen sind für das andere nicht mehr richtig bis gar nicht offen, den Trend gab es früher nicht. Von dem her hinkt der Vergleich etwas.






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RE: Im Auto

 von bob satyr , 11.05.2009 21:28

Also manchmal hab ich den Eindruck, dass du dir nicht richtig durchliest, was derjenige vor dir geschrieben hat. Das soll kein Angriff sein. Aber du sagst genau das gleiche wie ich vorher mit dem Zusatz das mein Vergleich hinkt? Kapier ich nicht.

In Antwort auf:
Gerade in den frühen [somit auch den besten] Jahren war Musik für Lennon und Co lediglich etwas, um ihr Geld zu verdienen, mehr nicht.


Wenn das die besten Jahre waren und sie damit nur ihr Geld verdienen wollten, womit haben die das dann gemacht, haben die selber Geldscheine gedruckt, weil keiner ihre Platten kaufen wollte? Wohl kaum, es waren gehypte Burschen, die ihre Popularität nicht ausschließlich ihrem Talent verdanken.

In Antwort auf:
Und jeder hat jetzt so seine eigene Kultur: es gibt die Popkultur, Metal-Kultur usw, aber die einen sind für das andere nicht mehr richtig bis gar nicht offen


In Antwort auf:
Also gibt es das noch heute, es ist die Wahrnehmung und Verschließung vor solchen Sachen, die das Clichè aufkommen lassen, dass damals Musik mehr Substanz hatte.


Die beiden Sätze klingen irgendwie sinngemäß gleich oder? Frag ich mich wo mein Vergleich hinkt..

Aber bitte nicht persönlich nehmen, letztlich ist es ja bloße Geschmackssache. Ich persönlich finde halt eben nicht das die Musik der Beatles viel Substanz hat und übertragen auf unsere heutige Zeit nur noch von dem Gefühl der Nostalgie von DSDS getrennt werden kann. Aber jeder Beatles-Fan würde mir da natürlich widersprechen genauso wie ich versuche jedem zu widersprechen der beispielsweise elektronische Musik versucht als Massenprodukt darzustellen.


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RE: Im Auto

 von merseyliebhaber , 11.05.2009 22:00

In Antwort auf:
Wenn das die besten Jahre waren und sie damit nur ihr Geld verdienen wollten, womit haben die das dann gemacht, haben die selber Geldscheine gedruckt, weil keiner ihre Platten kaufen wollte? Wohl kaum, es waren gehypte Burschen, die ihre Popularität nicht ausschließlich ihrem Talent verdanken.


Nein, aber gerade Paul McCartney, dem a) die Musik in die Wiege gelgt worden ist b) schon von famillieren Verhältnissen besser betucht, hatte als reines Interesse nur Musik zu machen. Reiner Zufall war's eben, dass sich McCartney und Lennon getroffen haben. Und als sie in Hamburg von 1960 - 1962 aufgetreten sind, da kannte sie in England als Band fast niemand, bis zur ersten Single "Love Me Do", die aber nicht von Produzenten ausgegeben worden ist - das kam dann mit mit ihrem Manager Brian Epstein, zudem wurde sie gleich No. 1.

Der Vergleich auch zwischen den Bands heute und damals ist in der Form gar nicht durchfühbar, weil einfach zwei verschiedene Kulturwelten gegeben sind. Es ist ein gewaltiger Unterschied, deswegen hinkt der Vergleich.

Und ich kann mich nun beim besten Willen als ein "Fan" der Beatles eignen, ich habe nur das Buch gelesen und einige Alben und höre sie gern, aber auch nicht mehr als andere Bands. Es ist also so: Ich bin offen für vieles, für alles überfordert, ist klar, ich versuche weit Vorutrteilsfrei zu sein. Es gibt natürlich Sachen, die mir aus den 50ern 60ern und weiter nicht gefallen. Wo ich vielleicht eine Ausnahme mache, mit der Musik, bei der ich aufgewachesen bin, in den 90ern, die Generation 90's Dance, die meine Mutter ja verfechtet, da hängen gute Erinnerungen dran aber auch schlechte und beängstigende.


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RE: Im Auto

 von My_Friend_Jack , 11.05.2009 23:17

Die Sache ist halt auch, dass es innovative Bands in den 60ern und frühen 70ern leichter hatten, erfolgreich zu werden. Sie konnten die Musik machen, die sie wollten und hatten 'dennoch' ihre Hörer.
Die Musikerlandschaft war damals auch viel viel kleiner, als heute. Du hattest in den späten 60ern ein paar Dutzend Musiker - und das war die gesamte 'angesagte' britische Musikerlandschaft. Da kannte jeder jeden. Das Niveau war allerdings nicht schlecht. Viele wie z.B. Jimmy Page, Ritchie Blackmore und Jon Lord waren erfahrene Sessionmusiker, hatten schon in sehr jungen Jahren einige Tourneen - teilweise mit Weltstars - hinter sich usw.
Mittlerweile hat sich halt der Schwerpunkt verlagert. Damals konnte der 'Underground' noch ohne weiteres ein Millionenpublikum erreichen - heute ist der Massengeschmack systematisch verdorben worden.
Man sollte es also differenziert sehen. Der Pool, aus dem man heute schöpfen kann, ist einfach größer und Künstler mit dem selben Talent haben es heute viel schwerer als damals.
Andererseits ist es erstaunlich, was die damals mit den einfachsten Mitteln zustande gebracht haben. Heute ist das eher ne Equipmentschlacht deren Ergebnisse dem Aufwand oft nicht gerecht werden.

Edit: achja. Die 'Gründungsmythen' vieler damaliger Bands betreffend. Man soll ja nicht glauben, damals war alles Idealismus und alle waren gute Freunde. Musik war damals schon ein Geschäft & die, die gut und erfolgreich waren, wussten das ganz genau. Im Rückblick wird das gern etwas glorifiziert.


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