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Rock

Chris Spedding - GUITAR JAMBOREE

 von JohnBlues.de , 22.06.2005 23:25

Wie nennt sich der größte Gitarrist, von dem man noch nie was gehört hat? > Richtig, *Chris Spedding!* Ganz so unbekannt wie es scheint, ist Chris Spedding jedoch nicht. Ich habt Bücher mit "Rock Heroes" im Schrank stehen? Dann schaut mal rein! Dort sind Jimi Hendrix, Jimmy Page, Jeff Beck und Eric Clapton aufgelistet? Prima, dann habt ihr das richtige Buch erwischt. Und jawohl, es gibt dort ein Kapitel über "Chris Spedding". Na ja, so ein Gitarrist hat es auch verdient dort aufgelistet zu werden; wird er doch sogar von Les Paul geehrt.

Bevor ich euch seine neue Live-CD "*Guitar Jamboree*" (Music Avenue 250120) vorstelle, sollte ich euch ein paar Vorabinformationen liefern. Also steigen wir mal in unsere Zeitmaschine und ab in die 60er Jahre....

England, die 60er Jahre. Angefangen hat alles in einer Beatgruppe mit den Namen "The Vulcans". Chris Spedding spielte dann mit Alan Price und Paul Jones zusammen, bevor er dann bei "Battered Ornaments" einstieg. Ende der 60er, genauer gesagt 1969, wurde er von Jack Bruce (Cream) eingeladen, auf dessen erste Solo-Scheibe zu spielen. Dann folgent noch eine handvoll instrumental Aufnahmen, die aber nur in Japan veröffentlicht wurden.

Die 70er Jahre. Es scheint, als ob Chris Spedding auf allen Platten der Zeit zu finden ist. Ich werfe einfach mal Namen in den Raum. Bei Aufnahmen der folgenden Künstler, hat Chris Speddig mitgewirkt: Dusty Springfield, Elton John, Roger Daltrey, Nilsson, Memphis Slim, Brian Eno, John Cale, Mickey Jupp, Donovan, Moody Blues und Ex-FREE-Bassist Andry Fraser, mit dem er dann die Band "The Sharks" gründete. Zwei Alben später trennte sich die Gruppe bereits wieder. Zu der Zeit stieg Mick Taylor bei den Rolling Stones aus: Chris Speeding sollte einspringen,
tat es aber nicht. Er spielte die ersten Solo-Alben ein und nahm - so geht ein Gerücht rum - auch an Aufnahmen für/mit Sex Pistols teil. Ende der 70er entstand ein weiteres Solo-Album; die Aufnahmen sollten mit der and "Necessaries" aufgenommen werden, die er gerade gegründet hatte. Aber die Band kam nicht miteinander aus und trennte sich vor der ersten Aufnahme wieder.

Von 1979 bis 1992 hat er dann in den USA mit diversen Künstlern zusammengearbeitet. Eine lange Zeit mit dem Rockabilly-Sänger Robert Gordon. In den USA hat er dann auch für "moving pictures" Musik geschrieben. In der Zeit taucht er auf Alben von Joan Armatrading, Laure Anderson, Nina Hagen, Tom Waits' Rain Dogs und Sir Paul McCartney (in dessen Film "Give My Regards To Broad Street" übrigens als Bandmember zu sehen ist). Und nun möchte man behaupten, dass Chris Spedding einen Weltrekord aufgestellt hat: Chris Spedding ist auf über 200 (!) Alben
als Gitarrist und Produzent zu finden! Der totale Wahnsinn!!

Chris Spedding ist übrigens auf allen Solo-Alben von Brian Ferry (Roxy Music) zu finden. Er produzierte CDs wie "Rock'N'Roll Hall Of Fame" und in Cooperation mit U2-Sänger Bono den Soundtrack von Wim Wender's Film
"A Million Dollar Hotel". Bei solchen Referenzen hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen, dass er 'zwischendurch' auch Solo-Alben rausgebracht hat: "Mean and moody (1985)", "Enemy Within (1986)" und "Cafe (1990)", um mal einige zu erwähnen. Die waren eine zeitlang nur in Amerika zu erhalten, wurde aber kürzlich von der Company "Mucis Avenue" neu aufgelegt und ist somit auch bei uns zu erhalten. Natürlich mit Rare-Tracks zusammen mit Southside Johnny und Chryssie Hydne (Pretenders).

Das neue Jahrtausend. Chris Spedding war mit Roxy Music im Jahr 2001 auf Welt-Tournee. Danach, 2002, folgte ein weiteres Solo-Album - über 10 Jahren nach seinem letzten Album - mit den Namen "One Step Ahead Of The Blues". Dort kehrt er zu den Blues und Roots zurück. Das Album ist, danke "Music Avenue", auch hier zu kaufen! Dann tourte er nochmal mit Bryan Ferry und spielte auf dessen neue CD und auf der neuen CD von Serge Gainsbourg.

Bald soll ein neues Album mit dem Titel "Click Clack" erscheinen, bis es aber so weit ist, erzähle ich euch kurz was zur aktuellen Live-CD "Guitar Jamboree". Obwohl das glaub ich unnötig ist > macht dieser Artikel nicht schon neugierig genug?

Chris Spedding hat übrigens keinen festen Stil. Macht er doch erfolgreich blues, rock, jazz, instrumentals, pop, acoustic, folk, ... Er spielt das, wonach ihm gerade ist. Richtig, wie ich finde. Denn, wie kann man den Blues spielen, wenn man ihn gerade nicht hat? Also, ...

Mit der CD "GUITAR JAMBOREE" hat man die Möglichkeit endlich mal Chris Spedding's Live-Gitarrenspiel zu hören und zu erleben. Bei ersten Hören habe ich mich gewundert, denn die CD hat garkeinen Anfang. Man ist sofort mitten drin. Ansage: "That's enough of that wild stuff, ... i think we gonna play a nice, soft, quiet, slow song now..." Und dann rockt und rollt es auch schon los mit dem gelungenen Opener "Wild Wild Women", der alles andere als langsam und ruhig ist. Dann folgt ein Coversong in eigen Interpretation "Rip It Up". Sollte uns allen bekannt
sein. Auf der CD "Guitar Jamboree" sind übrigens noch weitere bekannte Songs, die aber duchaus gelungen sind. Zu einem "Shaking All Over" und "Summertime Blues". Aber vielleicht war er bei den Original-Aufnahmen der Songs auch dabei. Wer weiß das schon. Zutrauen würde ich es ihm.

Bei diesr Live-CD, die übrigens in klassischer 3-Mann-Besetzung bei einem Konzert in Bremen aufgenommen wurde, handelt es sich meiner Meinung nach um den Stil "Blues Rock & Roll". Also nichts ausgefallenes, sondern um eine solide Live-Aufnahme in guter Qualität. Was will man mehr? Ein Highlight für mich auf der CD ist "Guitar Jamboree". Ein Song, dem er seinen Kollegen widmet. Er sing von Albert King, Jimi Hendrix, Jack Bruce, Chuck Berry, Pete Townsend, Keith Richard, Eric Clapton, George Harrison und Co. und bringt deren bekannten Riffs mit ein. Klasse, klasse. Da sieht man mal, was der "alte" Mann an der Gitarre so drauf hat.

Die CD "*Chris Spedding GUITAR JAMBOREE*" ist am 23. Mai 2005 erschienen; bei der Belgischen "Music Avenue". [Music Avenue 250120 - 54 1399250120 5] - und bekommt von mir 5 Sterne.

1. Wild Wild Women
2. Rip It Up
3. Hey, Miss Betty
4. Mary Lou
5. Shakin' All Over
6. Love's Made A Fool Of You
7. Catch That Train
8. Summertime Blues
9. Guitar Jamboree
10. Motorbikin'
11. Hurt By Love
12. Baby What You Want Me To Do?

Chris Spedding: Guitar
Keith Lentin: Bass
Henry Spinetti: Drums

Also "Keep On Rockin'"
Euer Tom John Blues.

Quelle: JohnBlues.de / Presseinfo


JohnBlues.de

RE:Chris Spedding - GUITAR JAMBOREE

 von Jogi , 23.06.2005 15:19

Sehr schönes Review und sehr informativ.

Ich selbst habe den Jungen etwas vernachlässigt, so dass mir aus dem Stehgreif lediglich "Motorbikin`" eingefallen wäre.



Als mir die Rockmusik zu destruktiv wurde, entschied ich mich für`s Progressive....seitdem lässt mir diese Musik keine Ruhe mehr!!!


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